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Interview

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Interview mit Dorina Herbst (freie Journalistin). Für ihr Buch „Aus dem FF“

www.dorinaherbst.de

 

Gibt es etwas, was du gerne über mich wissen möchtest, bevor ich anfange dich auszufragen?

H.W.: Ja, aber das passt nicht in das Interview. Fang du an.

 

Was machst du im Zirkus Flic Flac?

H.W.: Ich arbeite als Komiker und Pyrotechniker.

 

Wie kam es dazu?

H.W.: Als Pyrotechniker arbeite ich schon ganz lange und als Komiker seit ich geboren bin.

 

Wo hast du vorher gearbeitet? 

H.W.: Keine Ahnung ich war doch noch nicht geboren.

 

Wie sieht der Tag des „Master of Hellfire“ denn so aus?

H.W.: Das frage ich mich mich auch jeden Morgen.

 

Was passiert, wenn du mal krank bist?

H.W.: Oh viele Leute sagen das ich krank bin. 

 

Wer kreiert deine Kostüme?

H.W.: Da mache ich alles selber. Bei meinem Kostüm geht es ja nicht nur um das Aussehen, sondern um den Schutz.

 

Was magst du am meisten an dieser Arbeit beziehungsweise an diesem Leben?  

H.W.: Die Reaktion von den Menschen. Am allermeisten von allem, mag ich die Menschen.

 

Könntest du dir vorstellen, den ganzen Tag in einem Büro zu sitzen und still vor dich hin zu arbeiten?

H.W.: Ja für ganz viel Geld.

 

Deine Show sieht sehr riskant aus. Wie kommt man zu so einem Mut?

H.W.: Na ja, Wenn man sich eine Flex an die Eier hält ist das eher Dummheit. Mutig finde ich wenn man sich auf die Bühne stellt und einen neuen Joke ausprobiert. Das ist mutig.

 

Hast du ein bestimmtes Ritual, um vor der Show zu Ruhe und Konzentration zu kommen?

H.W.: Ja, ich singe "Großer Gott wir loben dich".

 

Hast du Lampenfieber?

H.W.: Ich habe vor jeder Show soviel Lampenfieber das man in der Garderobe das Licht ausschalten kann und ich leuchte.

 

Aber Aufregung hat ja auch was Gutes. Angeblich werden durch das Adrenalin auch Glückshormone freigesetzt, oder?

H.W.: Genau. Aber wenn man so aufgeregt ist, das man alles durcheinander bringt, nutzen einem die Glückshormone auch nichts mehr.

 

Hast du schon mal wirklich heikle Situationen erlebt?

H.W.: Ja. Ich kann mich an eine Geschichte erinnern, da habe ich eine Frau für die Flammenwerfernummer auf die Bühne geholt, und erst viel zu spät festgestellt dass sie hochschwanger ist. Ich habe die ganze Zeit gedacht „Oh Gott, hoffentlich bist du nicht der Vater.“

 

Versuchst du deine Nummer jeden Tag noch schneller, schriller und riskanter zu gestalten oder bist du zufrieden, so wie sie ist?

H.W.: Das ist auch nicht Sinn und Zweck meiner Nummer. Ich möchte dass die Leute lachen und nicht staunen.

 

Ich finde das Schlussbild von dir sehr geil. Da siehst du aus wie eine Art Engel. Wie so ein Racheengel oder so etwas.

H.W.: Danke. I'm Jesus. Who the fuck are you?

 

Wie sehr beeindruckt dich der Applaus des Publikums?

H.W.: Ich bin ja noch ziemlich jung und daher sehr anfällig für Drogen. Applaus ist meine Lieblngsdroge.

 

Es gibt zwei Krankheiten die Neid und Missgunst heißen. Gibt es so etwas auch unter Artisten?

H.W.: Ich gönne jedem seinen Applaus, wenn ich meinen habe. Das ist so das ehrlichste, wie ich es ausdrücken kann.

 

Was machst du in deiner Freizeit?

H.W.: Ich bin jetzt seit anderthalb Jahren hier und ich habe zwei Stunden lang Show und anderthalb Stunden Vorbereitung für die Show. Das sind ungefähr dreieinhalb Stunden am Tag wo ich genau weiß, was ich mache und wenn mich jemand fragt was ich die letzten zwanzig Stunden so mache, dann weiß ich es nicht. Keine Ahnung.

 

Welche Stadt gefällt dir am besten? 

H.W.: Wenn man Leute dabei hat, die sich auskennen ist jede Stadt geil und wenn man sich nicht auskennt endet man in irgendeiner Bar, wo das Bier zehn Euro kostet.

 

Könntest du dir vorstellen, für deine große Liebe, sesshaft zu werden?

H.W.: Ich bin sesshaft aber nicht wegen meiner großen Liebe sonder weil ewiges rumstehen schlecht für den Rücken ist. Aber wenn mich eine Frau vor die Wahl stellen würde  „Ich oder die Gitarre“ dann bräuchte ich nicht mal eine hundertstel Sekunde zum nachdenken. Ich würde einfach nur lachen und sagen: „Okay, tschüss“.

 

Hast du bestimmte Träume oder Ziele, die du verwirklichen möchtest? 

H.W.: Ja. Ganz, ganz schlimm viele. Dabei sind meine Träume immer ganz verschwommen, bis ich dann da stehe und denke „Aah, davon habe ich doch schon immer geträumt“.

 

Was sage ich dir, um alles Gute für den Auftritt zu wünschen?

H.W.: Verbrenn dir nicht den Arsch.

 

Genau. Ich danke dir.

H.W.: Schönes Interview.

 

Danke. Ich fand es auch sehr interessant mit dir.

H.W.: Wenige Journalisten können so gezielte Fragen stellen. Die eiern immer so ganz fürchterlich rum. Meistens werde ich dann immer ganz schön aggressiv. Die fragen oft so richtig doofe Fragen. So was wie „Tut das weh“.

 

Die fragen dich nicht wirklich, ob Feuer weh tut, oder?

H.W.: Doch und dann brenn ich sie an.

 


 
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